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HANNOVER. In Niedersachsen sollen ehrenamtlich tätige Erziehungslotsen künftig
Eltern in schwierigen Lebensphasen bei der Erziehung ihrer Kinder und der Organisation
des Familienalltags beraten, unterstützen und begleiten. "Wir wollen die Erziehungskompetenz
von Müttern und Vätern stärken. Das kommt vor allem den Kindern zugute", betonte
Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann am Donnerstag in Hannover.
"Mit den Erziehungslotsen wollen wir Mütter und Väter auf deren eigenen Wunsch
und ohne behördlichen Druck bei einer schwierigen Passage Sicherheit geben
und sie begleiten, bis wieder ruhigeres Fahrwasser erreicht ist", sagte Ross-Luttmann.
Die ehrenamtlichen Erziehungslotsen sollen nicht die Arbeit von Beratungsstellen
oder der Jugendhilfe ersetzen, sondern vielmehr Familien lebenspraktisch unterstützen,
Hemmschwellen für die Inanspruchnahme pädagogischer Förderangebote abbauen
oder den Weg für Hilfen durch Erziehungs- und Schuldnerberatungsstellen ebnen.
Darüber hinaus können Erziehungslotsen bei der Beantragung von Hilfeleistungen
und dem Schriftwechsel mit Behörden tätig werden sowie Eltern und Kinder bei
schulischen Erfordernissen beraten. Helfen können sie auch durch praktische
Tipps zur Tagesstrukturierung, zur gesunden Ernährung oder sinnvollen Freizeitgestaltung.
Damit die Erziehungslotsinnen und Erziehungslotsen gut vorbereitet in die
Familien gehen können, fördert das Land Niedersachsen in den Familienbildungsstätten
Qualifizierungsmaßnahmen. Ein gemeinsam vom Sozialministerium und den Familienbildungsstätten
erarbeitetes Schulungsprogramm vermittelt Wissen und Kenntnisse unter anderem
über Familiensoziologie und rechtliche Rahmenbedingungen sowie Kommunikationstechniken
und Konfliktlösungsstrategien. Darüber hinaus wird über die Infrastruktur und
Hilfesysteme vor Ort informiert. Die Qualifizierungsmaßnahme umfasst 40 bis
50 Unterrichtseinheiten je 45 Minuten. Das Land stellt für die Schulung der
Erziehungslotsen in der ersten Phase 2008/2009 insgesamt 500.000 Euro zur Verfügung.
Die ersten Kurse werden nach der Sommerpause gestartet.
"Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz der Erziehungslotsen in den Familien
ist die Einbindung in die bestehenden regionalen Netwerke früher Hilfen. Eine
enge Zusammenarbeit ist auch mit den 150 in Niedersachsen tätigen Familienhebammen
vorgesehen. Wir werden die Jugendhilfeträger dabei unterstützen, die Erziehungslotsen
unter dem Dach der inzwischen mehr als 190 Familien- und Kinderservicebüro
anzusiedeln. Diese sind eng mit der kommunalen Jugendhilfe verbunden, sodass
die Kompetenz des Jugendamtes in das Projekt einfließen kann, ohne die Familien
abzuschrecken, sagte Ministerin Ross-Luttmann.
Als erste niedersächsische Kommune hat sich die Stadt Hildesheim für eine
Teilnahme am Projekt Erziehungslotsen entschieden. Zusammen mit der Familienbildungsstätte
der katholischen Erwachsenenbildung und der evangelischen Familienbildungsbildungsstätte
soll ein engagiertes Programm in die Praxis umgesetzt werden, im dem qualifizierte
ehrenamtliche Erziehungslotsen eine tragende Säule bilden, wie Stadtrat Dirk
Fischer am Donnerstag in Hannover berichtete. Am dem kommenden Jahr plant die
Stadt Hildesheim, alle Familien von neugeborenen Kindern zu besuchen, um dabei
über konkrete Hilfen nach der Geburt des Kindes und Betreuungsangebote zu informieren.
Dabei sollen auch Erziehungslotsen zum Einsatz kommen.
Wer sich für die ehrenamtliche Tätigkeit als Erziehungslotsin oder Erziehungslotse
interessiert, kann sich beim Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Frauen,
Familie und Gesundheit (Telefon 0511/120-4057 , E-Mail:
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)
nach der für eine Qualifizierung infrage kommenden örtlichen Familienbildungsstätte
erkundigen.
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