Dienstag, 07.02.2012
Start arrow Extras arrow Hund, Katze, Maus arrow Jetzt belle ich
Jetzt belle ich PDF  | Drucken |  E-Mail
Geschrieben von W. Nohl   
Sonntag, 12. Oktober 2008

 

Kaum ein anderes Lebewesen ist in der Lage, sich dem Menschen so anzupassen wie der Hund.
Liegt es nun an der Anpassungsfähigkeit der Tiere oder haben wir Menschen ein besonderes Geschick mit unseren Vierbeinern umzugehen?

Unzählige Male haben wir Aussagen wie diese schon gehört:
„Das hat er ja noch nie gemacht“.
„Der tut nichts, der will nur spielen“.
„Nun ist er beleidigt.“
„Der hört nicht, der ist einfach nur stur“.
„Unser Hund weiß genau dass er Mist gemacht hat und nun hat er ein schlechtes Gewissen“.
„Wir haben einen großen Garten, da hat der Hund Auslauf genug“.

… und so weiter und so weiter…

Leider belegen diese Äußerungen nicht unbedingt den notwendigen Umgang mit Hunden.

Da beobachten wir den Nachbarn beim Sonntagsspaziergang mit seinem Hund Bello an der Leine.
Ganze zwei Stunden waren die beiden unterwegs und wieder zu Hause angekommen, ist zu vernehmen: „So nun haben wir uns aber unseren Kaffee und den Kuchen nach der langen Strecke verdient und Bello wurde auch gefordert und ist jetzt total K.O.“

Hier waren also zwei Lebewesen zwei Stunden lang zusammen unterwegs.
Aber gab es gemeinsame Aktivitäten, wurde in irgendeiner Form kommuniziert? Was haben die beiden Spannendes miteinander erlebt und wurde Bello wirklich gefordert?

Gemeinsamkeiten gab es nicht, die beiden hatten lediglich den gleichen Weg.
Schade - unser Nachbar kennt anscheinend im Bezug auf Hundehaltung
leider nur das typische „Gassi gehen“.
Die Tatsache dass Bello nach 15 Minuten Pause wieder topfit und voller Tatendrang ist, kann unser tierliebender Nachbar nicht verstehen.
Dabei hätte er doch wissen sollen, dass sein Hund nicht nur körperlich sondern auch geistig gefordert werden will.
Hunde wollen mit Aufgaben konfrontiert werden, ja sogar Probleme lösen.
Ein ständiges eintöniges Spazierengehen, möglicherweise immer in der gleichen Umgebung, kommt sinngemäß einer Verdammung zur Untätigkeit gleich.
Die Folgen hieraus können Verhaltensstörungen, Aggressivität, Angst, Wesensveränderungen sein.

Grundsätzlich müsste doch eigentlich dem intelligenten Lebewesen Mensch eine Reihe von Möglichkeiten der sinnvollen Beschäftigung einfallen.
Allein die Gestaltung von spielerischen Aktivitäten hätte einen wertvollen Nebeneffekt: der Hund würde seinen Rudelführer für dessen Einfallsreichtum bewundern und mit noch mehr Anerkennung belohnen. Ein zusätzlicher Nebeneffekt wäre die Festlegung und Stabilität der Rangordnung.

Aber vielleicht geht es unserem Nachbarn so wie vielen anderen Hundehaltern auch, die das Lebewesen Hund (noch) nicht richtig verstehen.

Voraussetzung für den artgerechten Umgang mit unseren Vierbeinern ist nun einmal ein grundsätzliches Basiswissen.

Auch wenn wir es nicht so wirklich wahrhaben wollen und oft menschliche Verhaltensweisen interpretieren möchten, sollten wir uns klarmachen:
Hunde sind triebgesteuert also egoistisch, kennen keine Moral, können nicht logisch denken und unsere Sprache verstehen sie auch nicht.

Und trotzdem sind wir Menschen in der Lage, sie zu erziehen und auszubilden – vorausgesetzt wir machen uns die Mühe, uns mit den bekannten Grundsätzen und gegebenen Tatsachen der Hundeerziehung auseinander zusetzen.

Hunde sind vom Naturell her Rudeltiere, die unter sich in einer straff organisierten sozialen Hierarchie leben. Jedes einzelne Tier hat seinen festen Platz in der Rangordnung - immer mit dem Bestreben, seinem Rudelführer zu gefallen.
Dieser ist autoritär und souverän und damit strahlt er Sicherheit aus.
Leicht können auch wir uns dieses Naturell in der Hundeerziehung zu Nutze machen, indem wir bewusst die Position des Rudelführers einnehmen.

Weiterhin wissen wir, dass der Hund seinem Trieb (Beutetrieb, Fresstrieb, Meutetrieb usw.) folgt, sich leicht konditionieren lässt und ein intelligentes Lebewesen ist.
Also können wir auch hier mit Hilfe entsprechender Motivationsobjekte (Futter, Beutegegenstand) den Hund zu einem gewünschten Verhalten veranlassen.

Das Themengebiet „Hundehaltung“ ist ein sehr vielfältiges.
Diese kurzen Anmerkungen dienen zunächst als Einleitung für kommende detaillierte Ausführungen rund und sollen zum grundsätzlichen Verständnis beitragen.

Ziel ist es letztlich, die Beziehung zwischen Mensch und Hund zu fördern, um mit unseren vierbeinigen Freunden die täglichen Situationen des Lebens stressfrei zu meistern.Werner Nohl Werner Nohl lebt und arbeitet als Partner für Hundeausbildung in Melle und Wunstorf und bietet individuelles Gruppen- und Einzeltraining an.
Seine Schwerpunkte liegen bei Aufbau u. Verbesserung der Mensch-Hund-Harmonie, Welpen-Früherziehung, Gebrauchs- u. Begleithundeausbildung, Verhaltenskorrektur sowie Problemhundtherapie.
Telefon: 0172 - 2774932 | EMail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst JavaScript aktivieren, damit du sie sehen kannst

 Kommentare (1)
125
Respekt
geschrieben von Romina, 24.11.2008, 22:10 Uhr
Sehr schöner Text.. Und so wahr!
 
 
kleiner | grösser
 

busy
 

Weitere News

Fleximind - Die flexible Werbeagentur aus Wunstorfhttp://www.orange-concept.de
Computer und Web

Computer & Web

Tipps & Tricks bei Computer Hard- und Software, Trends und Kuriositäten im WorldWideWeb.