Mittwoch, 08.02.2012
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Trotz Warnung Alkoholverkäufe an Jugendliche PDF  | Drucken |  E-Mail
Geschrieben von Redaktion Wuncity   
Freitag, 7. November 2008
HANNOVER. Die Bilanz der hannoverschen Polizei nach Alkohol-Testkäufen am 30. und 31. Oktober ist erschreckend: In 51 von 66 Fällen (77 Prozent) verkauften Handelsketten, Tankstellen und Kioske Alkohol an jugendliche Polizei-Fachoberschüler. Nur in 15 Fällen beachtete das Verkaufspersonal die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes und verweigerte die Abgabe der Getränke. Die Fachoberschüler der Polizei, die von Erwachsenen begleitet wurden, handelten mit Zustimmung ihrer Eltern. Die Verkäufer erhielten eine schriftliche Ermahnung. Bußgelder wurden zunächst nicht verhängt.
Schünemann fordert landesweite Testkäufe
Schünemann fordert landesweite Testkäufe

Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann forderte am Freitag in Hannover als Reaktion auf die zahlreichen Verstöße gegen das Jugendschutzrecht, die von Hannovers Polizeipräsident Uwe Binias vorgestellt wurden, landesweite Testkäufe. "Ich habe die kommunalen Spitzenverbände und die Präsidenten der Polizeidirektionen in einem Brief gebeten, gemeinsam konzipierte Jugendschutzkontrollen mittels Testkäufen zu starten", sagte Schünemann. Die Polizei könne die kommunalen Jugendschutzbehörden insbesondere bei der Auswahl geeigneter Testkäuferinnen und Testkäufer und bei der Begleitung der Kontrollmaßnahmen unterstützen.

Der Innenminister sprach von einem deutlichen Alarmsignal. "Dass trotz vorheriger Ankündigung in den Medien Schnaps und andere harte Alkoholika an 16- und 17-Jährige verkauft werden, ist erschreckend." Die Konsequenz könne jetzt nur sein, den Druck auf Ladeninhaber und Verkaufspersonal, bei illegalem Alkoholverkauf erwischt zu werden, durch landesweite Testkäufe weiter zu erhöhen. "Wir müssen den unverminderten Trend zum exzessiven Alkoholkonsum stoppen!", betonte Schünemann, der auf Prognosen des Kinderkrankenhauses auf der Bult in Hannover hinwies. Dies rechne bis zum Ende des Jahres mit insgesamt 220 Jugendlichen, die wegen einer Alkoholvergiftung behandelt werden mussten, unter ihnen auch viele Mädchen. Im Jahr 2005 seien es 113 gewesen.

In seiner Forderung bestärkt sieht sich der Minister auch durch aktuelle Polizeikontrollen. So hat sich nach seinen Angaben der besorgniserregende Trend des 2. Quartals, in dem in Niedersachsen gut 4.200 alkoholisierte Minderjährige angetroffen wurden, auch im 3. Quartal fortgesetzt. Von Juli bis September, so Schünemann, habe die Landespolizei insgesamt fast 5.000 Kinder und Jugendliche registriert, die unter Alkoholeinfluss standen. Mehr als 800 von ihnen (2. Quartal: 700) musste die Polizei nach Hause zu den Eltern fahren, 770 (526) ließ sie von Erziehungsberechtigten auf der Wache abholen. Die Jugendämter wurden wie im 2. Quartal in knapp 700 Fällen informiert.

Quelle: Nds. Ministerium für Inneres, Sport und Inegration

(c) Foto: Polizeidirektion Hannover

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