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Trotz Warnung Alkoholverkäufe an Jugendliche |
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Geschrieben von Redaktion Wuncity
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Freitag, 7. November 2008 |
HANNOVER. Die Bilanz der hannoverschen Polizei nach Alkohol-Testkäufen
am 30. und 31. Oktober ist erschreckend: In 51 von 66 Fällen (77
Prozent) verkauften Handelsketten, Tankstellen und Kioske Alkohol an
jugendliche Polizei-Fachoberschüler. Nur in 15 Fällen beachtete das
Verkaufspersonal die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes und
verweigerte die Abgabe der Getränke. Die Fachoberschüler der Polizei,
die von Erwachsenen begleitet wurden, handelten mit Zustimmung ihrer
Eltern. Die Verkäufer erhielten eine schriftliche Ermahnung. Bußgelder
wurden zunächst nicht verhängt.
Schünemann fordert landesweite Testkäufe
Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann forderte am Freitag in
Hannover als Reaktion auf die zahlreichen Verstöße gegen das
Jugendschutzrecht, die von Hannovers Polizeipräsident Uwe Binias
vorgestellt wurden, landesweite Testkäufe. "Ich habe die kommunalen
Spitzenverbände und die Präsidenten der Polizeidirektionen in einem
Brief gebeten, gemeinsam konzipierte Jugendschutzkontrollen mittels
Testkäufen zu starten", sagte Schünemann. Die Polizei könne die
kommunalen Jugendschutzbehörden insbesondere bei der Auswahl geeigneter
Testkäuferinnen und Testkäufer und bei der Begleitung der
Kontrollmaßnahmen unterstützen.
Der Innenminister sprach von einem deutlichen Alarmsignal. "Dass trotz
vorheriger Ankündigung in den Medien Schnaps und andere harte
Alkoholika an 16- und 17-Jährige verkauft werden, ist erschreckend."
Die Konsequenz könne jetzt nur sein, den Druck auf Ladeninhaber und
Verkaufspersonal, bei illegalem Alkoholverkauf erwischt zu werden,
durch landesweite Testkäufe weiter zu erhöhen. "Wir müssen den
unverminderten Trend zum exzessiven Alkoholkonsum stoppen!", betonte
Schünemann, der auf Prognosen des Kinderkrankenhauses auf der Bult in
Hannover hinwies. Dies rechne bis zum Ende des Jahres mit insgesamt 220
Jugendlichen, die wegen einer Alkoholvergiftung behandelt werden
mussten, unter ihnen auch viele Mädchen. Im Jahr 2005 seien es 113
gewesen.
In seiner Forderung bestärkt sieht sich der Minister auch durch
aktuelle Polizeikontrollen. So hat sich nach seinen Angaben der
besorgniserregende Trend des 2. Quartals, in dem in Niedersachsen gut
4.200 alkoholisierte Minderjährige angetroffen wurden, auch im 3.
Quartal fortgesetzt. Von Juli bis September, so Schünemann, habe die
Landespolizei insgesamt fast 5.000 Kinder und Jugendliche registriert,
die unter Alkoholeinfluss standen. Mehr als 800 von ihnen (2. Quartal:
700) musste die Polizei nach Hause zu den Eltern fahren, 770 (526) ließ
sie von Erziehungsberechtigten auf der Wache abholen. Die Jugendämter
wurden wie im 2. Quartal in knapp 700 Fällen informiert.
Quelle: Nds. Ministerium für Inneres, Sport und Inegration
(c) Foto: Polizeidirektion Hannover
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