Mittwoch, 08.02.2012
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Grußwort von Rolf-Axel Eberhardt PDF  | Drucken |  E-Mail
Geschrieben von Rolf-Axel Eberhardt   
Dienstag, 23. Dezember 2008
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Rolf-Axel Eberharddas Jahr neigt sich wieder einmal dem Ende. Scheinbar verläuft die Zeit gegen Ende eines Jahres zunehmend schneller. Es galt auch in den letzten Wochen dieses Jahres schnell noch Weihnachtseinkäufe zu besorgen und die Vorbereitungen für die Feiertage zu treffen. Wenn man in all der Hektik das Jahr einmal Revue passieren lässt, fragt sich manch einer: „War das auch in diesem Jahr? Das war mir gar nicht mehr so bewusst. Was ist denn sonst noch so passiert?“ Ich möchte den bevorstehenden Jahreswechsel gerne nutzen, um auf das zurückzublicken, was uns in unserer Stadt in diesem Jahr besonders bewegt hat und einen kleinen Ausblick auf einige wesentliche Projekte werfen, die wir uns für das kommende Jahr vorgenommen haben.

Geprägt ist das Jahr 2008 neben der Wahl des demokratische Senators Barack Obama als ersten Afroamerikaner zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika sicherlich durch die von den USA zu verantwortende globale Finanz- und Wirtschaftskrise, die uns alle vor einigen Monaten wie ein Erdbeben kräftig durchgeschüttelt hat. Die Nachwirkungen dieses Bebens werden wir aller Voraussicht nach erst noch richtig zu spüren bekommen und es wird auch vor Wunstorf keinen Halt machen. Die Zeiten werden also wahrscheinlich problematischer als aktuell, aber insgesamt warne ich vor allzu großer Panikmache. Zur Zeit haben wir schließlich keinerlei Erkenntnisse, die auf größere Belastungen aufgrund der Finanzkrise hindeuten. Außerdem zahlt sich jetzt einmal mehr die solide Haushaltsführung der vergangenen Jahre aus, die nun eine finanzielle Basis für vielleicht etwas schwierige Zeiten bietet. In diesem Jahr hatten sich schließlich die Steuereinnahmen überaus erfreulich entwickelt, so dass wir eine Reduzierung unserer Verschuldung erreichen, ohne an Investitionen zu sparen.

Ebenso erfreulich ist zumindest momentan noch die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Vielfach konnten wir bei den monatlichen Bekanntgaben der Arbeitslosenquote einen Spitzenplatz in Niedersachsen einnehmen. Etwas Sorge bereitet dabei allerdings, dass diese Erfolge sich nicht in diesem Ausmaß auf die Anzahl der Arbeitslosengeld 2 - (Hartz IV - ) Bezieher auswirkt. Es wird deutlich, dass es inzwischen zwar wieder etwas einfacher ist, einen neuen Arbeitsplatz zu finden; nur geraten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hinsichtlich der Bezahlung zunehmend in Bedrängnis und sind mit ihren Familien trotz Beschäftigung oftmals auf staatliche Unterstützung angewiesen.

Auch in diesem Jahr ist es uns gelungen, einen ausgeglichenen Haushalt für 2009 vorzulegen. Etwas Besonderes ist dieser Haushalt für das Jahr 2009, da er erstmalig nach dem neuen Haushaltsrecht und demnach unter kaufmännischen Aspekten aufgestellt wurde. Begriffe wie „Bilanz“ und „Abschreibungen“, die man ansonsten nur aus der Privatwirtschaft kennt, haben nunmehr auch Einzug ins Rathaus gehalten. An unserer Philosophie, einen gute Mittelweg zwischen notwendigem Sparkurs und erforderlichen Investitionen zu gehen, halten wir Dank des guten Zusammenspiels zwischen Rat und Verwaltung auch im Jahr 2009 fest. Die im vergangenen Jahr begonnenen Schulsanierungen werden wir im kommenden Jahr fortsetzen und die Planung für die Schaffung weiterer Krippenplätze vorantreiben. Das sind wir unseren Kindern und deren Eltern schuldig.

Eins der größten Projekte bei den Baumaßnahmen wird im kommenden Jahr der Neubau der Hölty-Halle III sein. Hier räumen wir, wie bei allen anderen Vorhaben, im Interesse unserer nachfolgenden Generationen dem Umweltaspekt einen hohen Stellenwert ein. Die neu gestaltete Nordstraße ist eine weitere Vorzeigeinvestition in unserer Stadt, die bereits in einem ersten Abschnitt durchgeführt werden konnte. Nach anfänglicher Skepsis, unter anderem bei den dortigen Anliegern sind sich, so denke ich, alle darüber einig, dass sich die erste Teilsanierung der Straße, die den Charme der 50er Jahre hatte, gelohnt hat und wir ein schönes Eingangstor in unsere Fußgängerzone haben. Das neue Erscheinungsbild macht Lust auf „Mehr“ und wir sollten den weiteren Ausbau bis hin zur Stadtschule in den nächsten zwei Jahren angehen. Weitere Straßen wurden ebenfalls 2008 ausgebaut oder sind für das kommende Jahr vorgesehen. So unter anderem die Bahnhofszufahrt der verlängerten Hindenburgstraße. Nach langen und zähen Verhandlungen sind die vorbereitenden Verträge unter Dach und Fach, so dass gerade der Bereich, den man als Erstes zu Gesicht bekommt, wenn man mit der Bahn anreist, ebenfalls eine richtige Aufwertung erhält.

Ein noch viel größeres Ausmaß in der Planung nimmt allerdings die Ortsumgehung B 441 ein. Dem erarbeiteten Vorentwurf hat der Rat nach Beratungen unter anderem in den betroffenen Ortsräten im September mit breiter Mehrheit zugestimmt, so dass dieses Projekt - es ist eines der Größten in der Geschichte unserer Stadt - weiterhin auf einem guten Weg ist. Natürlich gibt es hiergegen auch Vorbehalte und Personen unter Ihnen, für die die Nordumgehung mit Sorgen verbunden ist. Bei allem Verständnis für die Kritik an der Straße fände ich es jedoch unglücklich, wenn wir nun wieder in eine Grundsatzdebatte über die Umgehungsstraße an sich einsteigen würden. Wir sollten uns vor Augen halten, dass die Planungen und Überlegungen zur Umgehungsstraße seit nunmehr 50 Jahren andauern. Es wurden dabei bereits alle Möglichkeiten geprüft, die Vor- und Nachteile der einzelnen Varianten detailliert abgewogen und dabei die Ideen einer Straßenführung südlich der Kernstadt sowie ein Durchstich durch die Stadt verworfen. Wenn man heute die Verkehrssituation in unserer Innenstadt betrachtet, muss man im Ergebnis ganz objektiv sagen, dass an der Nordumgehung buchstäblich kein Weg vorbei führt. Im Übrigen bietet gerade das Planfeststellungsverfahren, das voraussichtlich im Frühjahr des kommenden Jahres beginnt, jedermann die Möglichkeit, alle Bedenken und Anregungen geltend zu machen.

Ähnliche Kritik gibt es gelegentlich zur Sanierung der Asbestzementschlammhalde aus der früheren Fulguritproduktion in Luthe, die ebenfalls in diesem Jahr vertraglich besiegelt wurde und im kommenden Jahr durchgeführt wird. Für die städtebauliche Entwicklung ist die Sanierung unzweifelhaft ein Gewinn und Investitionen auf dem Gelände lassen zusätzliche Arbeitsplätze erhoffen. Ich bin mir sicher, dass die Region Hannover als zuständige Behörde alles ihr Mögliche dafür tun wird, dass die Entsorgung für Sie als Bürgerinnen und Bürger unbedenklich verläuft und fachgerecht durchgeführt wird. Fortentwickeln wollen wir neben diesem Brachgelände auch das ehemalige Werksgelände der Nordcement AG. Die dortige Erschließung als Gewerbegebiet mit entsprechendem Straßenausbau und der Ansiedlung von Betrieben steigern die Attraktivität in unserer Stadt.

Weniger investiv als die zahlreichen Baumaßnahmen, aber dennoch nicht weniger von Bedeutung ist beispielsweise die Einrichtung des neuen Familienservicebüros im Rathaus, das im Herbst seinen Dienst aufgenommen hat. Wir bündeln dort alle Beratungen und Hilfestellungen für alle Belange rund um die Familie. Die kürzlich wieder aufgeflammte Diskussion zur Übernahme eines Jugendamtes von der Region Hannover ergänzt gedanklich den Service für Familien, zeigt aber auch deutlich, dass in dieser Sache noch viel Klärungsbedarf besteht. Damit werden wir uns 2009 verstärkt befassen. Der Familiengedanke, der für mich als Bürgermeister eine gehobene Rolle spielt, kommt auch beim Neubürgerempfang im Juni nächsten Jahres gut zum Ausdruck, da dieser unter dem Motto „Kinder, Jugend und Familie“ steht. Der Kinder- und Jugendtag im kommenden Spätsommer wird den Gedanken fortsetzen und wieder für ein buntes Treiben in der Innenstadt sorgen.

Um unseren Service zu verbessern, wird sich die Stadt Wunstorf ab Anfang des kommenden Jahres mit einem neuen Internetauftritt präsentieren. Durch die künftige Barrierefreiheit der Seite wird es auch blinden und sehbehinderten Menschen möglich sein, sich online über die Stadt und aktuelle Themen zu informieren.

Unserer Verantwortung gegenüber der Vergangenheit haben wir uns in diesem Jahr mit Veranstaltungen bewusst gemacht, die sich mit der dunkelsten Seite der Vergangenheit auseinandersetzten. Die zusammen mit der Leibniz Universität Hannover und dem Heimatverein organisierte Ausstellung „Wunstorf 1933 - Die Nationalsozialisten an der Macht“ war ebenso gut besucht, wie die Resonanz auf die Veranstaltungsreihe „Sie waren Bürger Wunstorfs“.

Im Jahr des Sports mit einem knapp, aber zugegebenermaßen auch zurecht verpassten Meistertitel bei der Fußball-WM hat sich in unserer Stadt viel getan. Mein herzlicher Dank gilt allen, die sich wieder einmal mit ihrem beruflichen und ehrenamtlichen Engagement in und für unsere Stadt eingesetzt haben. Sie tragen dazu bei, dass Wunstorf weiterhin eine attraktive Stadt ist. Ich wünsche Ihnen allen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger einen guten Rutsch in das neue Jahr und alles Gute für das Jahr 2009, das regional ganz im Zeichen der „Gartenregion“ steht.

Wunstorf, im Dezember 2008

Rolf-Axel Eberhardt
Bürgermeister
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