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"Glühbirnenverbot ist purer Aktionismus" |
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Geschrieben von Redaktion Wuncity
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Freitag, 6. Februar 2009 |
HANNOVER. "Das Glühlampenverbot macht keinen Sinn und ist für den
Bürger nicht mehr nachvollziehbar", kommentierte Umweltminister
Hans-Heinrich Sander heute (Freitag) die "Ökodesign-Richtlinie für
Energiebetriebene Produkte". "Den Bürgern wie auch der Wirtschaft,
insbesondere den kleinen und mittelständischen Unternehmen, ist die
Vielzahl der europarechtlichen Regelungen nicht mehr zu vermitteln und
kaum zumutbar", sagte Sander.
Dass Gesetze ohne das nötige Augenmaß nur auf dem Rücken der Bürger und
der Wirtschaft ausgetragen werden und somit völlig ihr Ziel verfehlen,
werde an diesem Beispiel mehr als deutlich. Sander: "Die Anzahl
europarechtlicher Regelungen führt keinesfalls zu einer Deregulierung
und dringend notwendigen Entbürokratisierung, sondern löst stattdessen
eine regelrechte Regulierungsflut aus." Das Verbot der Glühbirne sei
purer Aktionismus und keinesfalls ein adäquater Ansatz für eine
nachhaltige Klimapolitik. "Wir dürfen die Menschen nicht mit solchen
Gesetzen maßregeln und etwas verbieten, wir müssen vielmehr Anreize
schaffen, sich für den Klimaschutz aktiv einzusetzen und CO2 zu
vermeiden", so Sander.
In einem persönlichen Schreiben hat Sander jetzt Bundesumweltminister
Gabriel, Bundeswirtschaftsminister Glos und die Europa-Parlamentarier
in die Pflicht genommen. "Ich möchte Sie ganz dringend bitten, sich auf
europäischer Ebene für die Möglichkeiten der freiwilligen Vereinbarung
einzusetzen", appelliert Sander. Schließlich sehe die
"Ökodesign-Richtlinie für Energiebetriebene Produkte" ausdrücklich den
Vorrang der Selbstregulierung bzw. der freiwilligen Selbstverpflichtung
vor. "Ich bedauere es sehr, dass von dieser Möglichkeit bei der zurzeit
im Beratungsverfahren befindlichen Durchführungsverordnung der
Europäischen Kommission zur Haushaltsbeleuchtung kein Gebrauch gemacht
worden ist", kritisiert Sander. Keinesfalls wolle er Abstriche an den
ökologischen Standards unterstützen. Vielmehr ginge es darum,
angesichts der weltweiten Finanzkrise die Kräfte des Marktes und vor
allen Dingen die Eigenverantwortung der Wirtschaft zu nutzen und zu
stärken.
Hintergrund
Im Zusammenhang mit der Diskussion zur Steigerung der Energieeffizienz
nehmen die von der Europäischen Kommission geplanten
Durchführungsverordnungen zur Umsetzung der "Ökodesign-Richtlinie für
energiebetriebene Produkte" einen hohen Stellenwert ein. So
beabsichtigt die Europäische Kommission, in den nächsten vier bis fünf
Jahren zeitlich gestaffelte Durchführungsverordnungen zu insgesamt 27
Produktgruppen zu erlassen. Die Durchführungsverordnung für
Haushaltsbeleuchtungen (bsp. Glühlampenverbot) ist neben drei weiteren
von den Mitgliedsstaaten bereits beschlossen worden und befindet sich
zurzeit zur Beratung im Rat und Parlament. Eine Ausdehnung der
Ökodesign-Richtlinie auf energieverbrauchsrelevante Produkte ist
ebenfalls geplant und wird zu weiteren Durchführungsverordnungen führen
(zum Beispiel Wasserhähne, Reifen, Dämm-Material und Fenster).
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